Pünktlich zum morgigen "Tag des geistigen Eigentums" wird ein offener Brief an die Bundeskanzlerin veröffentlicht, unterzeichnet von vielen "
GEMA - Künstlern":
'Rund 200 teilweise prominente Künstler haben einen vom Bundesverband Musikindustrie verfassten offenen Brief an Angela Merkel unterzeichnet, in dem die Bundeskanzlerin aufgefordert wird, sich für den Schutz des geistigen Eigentums einzusetzen und das Thema "zur Chefsache" zu machen.'
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Offener Brief: Bundeskanzlerin soll Künstlerrechte schützen)
Da fallen mir zugleich mehrere Sachen ein!
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Hätten diese Künstler die Nachrichten des Briefthemas entsprechen verfolgt, wüssten Sie, dass die aktuelle Gesetzsprechung für geistiges Eigentum und gegen Datenschutz ist. Thema ist also schon längst Chefsache, z.B. der erleichterte Auskunftsanspruch gegen Provider.
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In dem offenen Brief wird von ca 300 Millionen illegalen Downloads gesprochen, diese Zahl würde dem Zehnfacher legaler Downloads entsprechen. Diese Zahl resultiert aus einer, durch die Musikindustrie gesponsorten, Studie. Den Beweis hat man sich also selbst gestrickt und läßt sich nicht wirklich beweisen. Oder wie wurden diese Zahlen ermittelt? Jeder Rohling ein Album? Jeder Download, ein gekaufter Tonträger erster Hand?
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Einen Beweis den man jedoch erbringen kann, auch durch mehrere Quellen gestützt, ist z.B. dass die Verkaufszahlen legaler Downloads steigen!
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Ist es ein Zufall, dass die GEMA Anfang der Woche berichten musste, dass die fetten Jahre vorbei seien?
So und zu der oberen Liste jetzt die Zahlen der
GEMA - Geschäftsberichte:
*1992*:
Einnahmen 581,6 Millionen Euro
Verteilungssumme 503,2 Millionen Euro
Aufwendungen 78,4 Millionen Euro
Kostensatz 13,5%
*1993*:
Einnahmen 608,8 Millionen Euro
Verteilungssumme 525,0 Millionen Euro
Aufwendungen 83,8 Millionen Euro
Kostensatz 13,8%
*1994*:
Einnahmen 645,1 Millionen Euro
Verteilungssumme 556,5 Millionen Euro
Aufwendungen 88,6 Millionen Euro
Kostensatz 13,7%
*1995*:
Einnahmen 685,1 Millionen Euro
Verteilungssumme 593,2 Millionen Euro
Aufwendungen 91,9 Millionen Euro
Kostensatz 13,4%
*1996*:
Einnahmen 700,7 Millionen Euro
Verteilungssumme 607,3 Millionen Euro
Aufwendungen 93,4 Millionen Euro
Kostensatz 13,3%
*1997*:
Einnahmen 729,5 Millionen Euro
Verteilungssumme 631,0 Millionen Euro
Aufwendungen 98,5 Millionen Euro
Kostensatz 13,5%
*1998*:
Einnahmen 748,9 Millionen Euro
Verteilungssumme 645,5 Millionen Euro
Aufwendungen 103,4 Millionen Euro
Kostensatz 13,8%
*1999*:
Einnahmen 774,389 Millionen Euro
Verteilungssumme 659,474 Millionen Euro
Aufwendungen 114,915 Millionen Euro
Kostensatz 14,8%
*2000*:
Einnahmen 801,420 Millionen Euro
Verteilungssumme 684,506 Millionen Euro
Aufwendungen 116,914 Millionen Euro
Kostensatz 14,6%
*2001*:
Einnahmen 810,537 Millionen Euro
Verteilungssumme 692,621 Millionen Euro
Aufwendungen 117,916 Millionen Euro
Kostensatz 14,5%
*2002*:
Einnahmen 812,511 Millionen Euro
Verteilungssumme 693,790 Millionen Euro
Aufwendungen 118,721 Millionen Euro
Kostensatz 14,6%
*2003*:
Einnahmen 813,617 Millionen Euro
Verteilungssumme 694,163 Millionen Euro
Aufwendungen 119,454 Millionen Euro
Kostensatz 14,7%
*2004*:
Einnahmen 806,208 Millionen Euro
Verteilungssumme 690,178 Millionen Euro
Aufwendungen 116,030 Millionen Euro
Kostensatz 14,4%
*2005*:
Einnahmen 852,224 Millionen Euro
Verteilungssumme 731,885 Millionen Euro
Aufwendungen 120,339 Millionen Euro
Kostensatz 14,1%
*2006*:
Einnahmen 874,378 Millionen Euro
Verteilungssumme 752,705 Millionen Euro
Aufwendungen 121,673 Millionen Euro
Kostensatz 13,9%
*2007*:
Einnahmen 849,6 Millionen Euro
Verteilungssumme 729,3 Millionen Euro
Aufwendungen 120,3 Millionen Euro
Kostensatz 14,2%
(Quelle:
GEMA - Geschäftsberichte)
Ein Schelm wer dabei Böses denkt!
UPDATE 25.04.2008
Auch bei
Golem wird jetzt über den offenen Brief berichtet, nur mit einer etwas anderen Schlagrichtung -->
Internetsperre bei Urheberrechtsverletzungen?